Scheidung

Scheidung Scheidungsrecht Anwalt KielScheidungsrecht ist Familienrecht und damit eines der anwaltlich relevantesten Rechtsgebiete: Laut dem Statistischen Bundesamt werden pro Jahr rund 200.000 Ehen rechtskräftig geschieden (2010: 187.027). Erfreulicherweise ist die Tendenz rückläufig: Ehen halten wieder länger (im Schnitt 14 Jahre), über 25.000 Ehen weniger als noch in 2003 werden geschieden (214.000 Ehen, bisheriger Höchststand in der BRD).

Ein Grund für weniger Scheidungen ist die geringere Anzahl von Ehen: Nur noch 35 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell verheiratet, 1994 waren es noch 39 Millionen Menschen. Meist reicht die Frau die Scheidung ein (52,9% der Fälle), in 8,2% der Fälle wird die Scheidung von beiden gemeinsam eingereicht und in 38,9% der Fälle ist es der Mann, der die Scheidung beantragt.

Statistik hin oder her: Für jeden Einzelfall ist die Scheidung eine Entscheidung, die für beide Ehepartner einschneidende persönliche Veränderungen mit sich bringt und erhebliche und meist langfristige finanzielle Folgen hat. Guter Rat durch einen Fachmann und einen versierten Spezialisten im Scheidungsrecht ist daher ausserordentlich wichtig.

Anwälte für Scheidungsrecht / Familienrecht

Scheidungsrecht ist ein Teil des Familienrechts. Die Rechtsanwaltskammer verleiht für speziell ausgebildete Rechtsanwälte den Titel Fachanwalt für Familienrecht. Wenn Sie in Kiel und Umland (Eckernförde, Neumünster, Schleswig, Plön, Rendsburg) einen Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht suchen, dann finden Sie hier eine große Auswahl:

Fachanwalt Familienrecht KielWenn Sie auch Anwälte ohne eine Fachanwaltsqualifikation in Ihre Suche einbeziehen wollen, finden Sie Anwälte, die sich (auch) auf Familienrecht spezialisiert haben, hier:

Rechtsanwalt Familienrecht Kiel Eckernförde Plön RendsburgAber lesen Sie ruhig hier erst einmal das Wichtigste in Sachen Familienrecht und Scheidungsrecht:

Nur die zerrüttete Ehe ist scheidungsfähig

Am Ende vieler zerrütteter Ehen steht die Scheidung. Nur eine zerrüttete und somit gescheiterte Ehe kann geschieden werden. Da die Ehe als Vertrag auf Lebenszeit geschlossen wurde und Grundlage der gemeinsamen Lebens- und Vermögenssituation der Ehegatten ist, ist sie der willkürlichen Handhabung der Eheleute entzogen. Der Gesetzgeber gibt im Scheidungsrecht scheidungswilligen Ehepartnern eine Stufenfolge vor, nach der eine Ehe geschieden werden kann.

Eng damit verbunden ist die Hoffung und Vorgabe des Gesetzgebers, den Ehepartnern die Chance auf eine Versöhnung zu bewahren.

Vor den Familiengerichten besteht Anwaltszwang

Familienrecht Scheidung KielDas Scheidungsrecht ist in §§ 1564 ff BGB geregelt. Die Scheidung erfolgt nur auf Antrag eines oder beider Ehegatten durch richterliche Entscheidung. Bei den Familiengerichten besteht Anwaltszwang, so dass Anträge nur durch Rechtsanwälte gestellt werden können und nur durch Anwälte mündlich verhandelt werden kann. Ausnahmsweise genügt es, wenn ein Partner anwaltlich vertreten ist und der andere dem Scheidungsantrag vorbehaltlos zustimmt.

Örtlich zuständig ist das Familiengericht am Wohnsitz des Antragstellers. Gibt es gemeinsame Kinder, ist das Familiengericht zuständig, in dessen Bezirk der Partner mit den Kindern lebt.

online-Scheidung nur unter Vorbehalt

Eine online-Scheidung gibt es nicht, da die Scheidung immer nur bei persönlicher Anwesenheit beider Partner vor dem Familiengericht ausgesprochen werden kann. Allenfalls kann der Rechtsanwalt unter Zusendung der notwendigen Unterlagen online beauftragt werden. Ist die Scheidung streitig, ist eine persönliche Unterredung mit dem Anwalt unabdingbar.

Auf ein Verschulden kommt es nicht mehr an

Das früher geltende Verschuldensprinzip spielt im Scheidungsverfahren keine Rolle mehr. Es kommt nicht darauf an, ob ein Ehegatte die Scheidung zu verantworten hat. Maßgebend ist das Scheitern der Ehe. Die Ehe gilt als gescheitert, wenn die Ehepartner die Lebensgemeinschaft aufgelöst haben und eine Fortsetzung nicht mehr zu erwarten ist. Die einseitige Zerrüttung der Ehe reicht aus.

Ohne räumliche Trennung geht es nicht

Indiz für das Scheitern der Ehe ist die Trennung. Erst nach Ablauf eines Trennungsjahres kann die Scheidung beantragt werden. Getrenntleben setzt voraus, dass die Ehepartner die häusliche Gemeinschaft aufgelöst haben. Im Idealfall zieht ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung aus. Auch das Getrenntleben in der gemeinsamen Wohnung ist möglich. Dazu müssen die Ehepartner die Wohnung aufteilen, insbesondere getrennte Schlafräume nutzen. Allenfalls Gemeinschaftsräume wie Badezimmer und Küche dürfen gemeinsam genutzt werden.

Wichtig ist, dass zwei komplett getrennte Haushalte geführt werden. Wer für den andern nach wie vor die Wäsche wäscht oder kocht, bekundet noch immer eine persönliche trennungsschädliche Beziehung. Versöhnungsversuche während des Getrenntlebens, die keinesfalls über drei Monate hinausgehen sollten, hindern den Lauf des Trennungsjahres nicht.

Einvernehmliche oder streitige Scheidung

Konflikt und Mediation Anwalt KielDie Scheidung kann einvernehmlich oder streitig durchgeführt werden. Bei einer einverständlichen Scheidung gilt die Ehe nach einem Jahr Trennungszeit als gescheitert. Ausnahmsweise kann das Trennungsjahr bei einer einvernehmlichen, aber auch streitigen Scheidung verkürzt werden, wenn ein Ehepartner psychischen oder physischen Belastungen (Misshandlung, Alkoholkrankheit des Partners) ausgesetzt ist, die eine sofortige Scheidung rechtfertigen.

Bei einer streitigen Ehescheidung, bei der sich ein Partner dem Scheidungsantrag des anderen verweigert, muss das Gericht bei einer Trennungszeit bis zu drei Jahren das Scheitern der Ehe konkret prüfen und feststellen. Im Scheidungsantrag sind dem Gericht alle Tatsachen darzulegen, die das Scheitern der Ehe begründen. Gründe können sein Ehebruch, Misshandlungen, Beleidigung, Trunksucht, Vernachlässigung des Haushalts und der Kinder. Ist der Richter vom Scheitern der Ehe überzeugt, wird die Ehe auch gegen den Willen des Partners geschieden.

Nach dem Ablauf von drei Jahren, gilt die Ehe unwiderleglich als gescheitert, so dass auch ein die Scheidung ablehnender Ehepartner die Scheidung nicht mehr verhindern kann.

Scheidungsfolgesachen

Rente Scheidung Anwalt KielIm Rahmen des Scheidungsverfahrens führt das Familiengericht von Amts wegen den Versorgungsausgleich durch. Der Versorgungsausgleich regelt die Aufteilung der zukünftigen Rentenansprüche, die die Ehepartner während der Ehe angesammelt haben. Dazu werden die Anwartschaften beider Partner addiert. Dierjenige, der weniger Ansprüche angesammelt hat, erhält die Hälfte der Differenz auf ein eigenes Rentenkonto eingezahlt.

Zusätzlich können die Ehepartner beim Familiengericht beantragen, eine Entscheidung über die Verteilung des Hausrats, die Zuteilung der bislang gemeinsam genutzten Ehewohnung, den Zugewinnausgleich, das Umgangs- und Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder sowie den Kindes- und Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt) zu treffen. Es handelt sich dabei um sogenannte Scheidungsfolgesachen, die nur auf Antrag entschieden werden. Alternativ können die Ehepartner sich vorher bereits über diese Sachen einigen und ihre Einigung notariell beurkunden.

Alleinerziehende können für ihre Kinder einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt geltend machen, falls der unterhaltspflichtige Ehepartner Unterhaltszahlungen verweigert.

Mediation nutzen senkt Kosten der Scheidung und reduziert Konflikte

Kosten Anwalt KielAnwälte bieten auch Mediation an. Mediation ist ein Mittel der friedlichen Konfliktlösung. Dabei geht es darum, mithilfe eines neutralen Dritten auch in einer schwierigen Lebenssituation Konflikte zu regeln und gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Eine Lösung im Sinne einer Mediation ist immer einem Gerichtsverfahren vorzuziehen. Versuchen Sie es mit einer Mediation – wenn es zu keiner Einigung kommen sollte, hat dieses keinen weiteren Einfluss auf scheidungsrechtliche Auseinandersetzungen vor Gericht.

Verfahrenskosten im Scheidungsrecht

Die Kosten des Scheidungsverfahrens richten sich nach dem Streitwert. Der Streitwert errechnet sich aus den Einkommen beider Ehepartner, ihrem Vermögen und aus dem Wert der jeweils beantragten Scheidungsfolgesache. Ein erstes Beratungsgespräch beim Rechtsanwalt kann bis höchstens 190 € abgerechnet werden. Finanziell schlecht gestellte Ehepartner können gegenüber finanzstärkeren Ehepartnern einen Scheidungskostenvorschuss verlangen oder Prozesskostenhilfe beantragen. Die Dauer des Verfahrens richtet sich danach, wie intensiv gestritten wird. Auch bei einer einvernehmlichen Scheidung ist infolge der Durchführung des Versorgungsausgleichs mit einer mehrmonatigen Verfahrensdauer durchaus zu rechnen.