Vormund

Vormund

Das Familiengericht ordnet die Vormundschaft an, wenn ein Minderjähriger nicht unter elterlicher Sorge steht, weil die Eltern verstorben sind oder ihnen die elterliche Sorge entzogen wurde (§ 1773 BGB).

In Abgrenzung dazu kann für eine volljährige Person ein Betreuer bestellt werden, wenn sie aufgrund ihrer psychischen oder physischen Verfassung außer Stande ist, ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Zusätzlich gibt es für einen Minderjährigen die Pflegschaft, wenn er unter elterlicher Sorge oder unter Vormundschaft steht, und Angelegenheiten geregelt werden müssen, die in der Person der Eltern oder des Vormunds einen Interessenkonflikt begründen würden.

Der Vormund muss volljährig und geschäftsfähig sein. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Eltern den Vormund bestimmen. Die Übernahme einer Vormundschaft ist Bürgerpflicht. Ablehnen kann sie nur, wer älter als 60 Jahre ist oder selbst mehr als drei minderjährige Kinder zu versorgen hat oder durch Krankheit oder Gebrechen verhindert ist.

Ist mit der Vormundschaft eine Vermögensverwaltung verbunden, kann ein weiterer Vormund bestellt werden. Mit der Übernahme der Vormundschaft muss der Vormund ein Vermögensverzeichnis des Mündels erstellen und mindestens einmal im Jahr Rechenschaft gegenüber dem Familiengericht ablegen. Für bestimmte Rechtsgeschäfte (Ausschlagung einer Erbschaft, Kreditaufnahme, Erteilung einer Prokura, Verfügung über das Vermögen im Ganzen) bedarf der Vormund der Genehmigung des Familiengerichts.

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