Vermächtnis

Vermächtnis

Mit einem Vermächtnis bedenkt der Erblasser eine bestimmte Person, ohne dass diese Erbe wird. Der Vermächtnisnehmer wird nicht automatisch Eigentümer des ihm zugedachten Vermögenswertes, sondern muss seinen Vermächtnisanspruch gegenüber dem Erben geltend machen und notfalls einklagen. Das Vermächtnis begründet also einen Herausgabeanspruch des Vermächtnisnehmers gegenüber dem Erben. Der Erbe ist verpflichtet, das Vermächtnis zu erfüllen.

Der Erblasser kann das Vermächtnis in einem Testament festlegen oder ein Schriftstück gesondert als Vermächtnis erstellen. Zu diesem Zweck erklärt er, dass ein bestimmter Vermögensgegenstand aus dem Nachlass oder eine bestimmte Geldsumme an den Vermächtnisnehmer zu übergeben ist.

Das Vermächtnis kann in der Bestellung eines Wohnrechts in einer Immobilie oder einer monatlichen Rente (Ausbildungsbeihilfe für das Enkelkind) bestehen. Der Erblasser kann eine Forderung gegen einen Dritten auf den Vermächtnisnehmer übertragen oder ihn von der Verpflichtung zur Rückzahlung eines Darlehens freistellen. Wer eine mit einer Hypothek belastete Immobilie erhält, übernimmt allerdings auch die Belastungen. Ebenso kann das Vermächtnis mit der Auflage verbunden werden, die Grabpflege oder die Fürsorge für ein Haustier zu übernehmen.

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