Verbrechen

Das Strafgesetzbuch unterscheidet bei strafbaren Handlungen zwischen Verbrechen und Vergehen. Die Einordnung wird nach dem angedrohten Mindestmaß der Strafe vorgenommen. Ist die Tat im Mindestmaß mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder mehr bedroht, so ist sie ein Verbrechen, ist im Mindestmaß eine geringere Freiheitsstrafe oder Geldstrafe angedroht, so ist die Tat ein Vergehen (§ 12 StGB).

Veränderungen des Regelstrafrahmens durch besonders schwere oder minder schwere Fälle bleiben für die Einteilung außer Betracht. Wird der Täter zu einer Freiheitsstrafe wegen versuchten Raubes (Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr) verurteilt, die unter einem Jahr festgesetzt wird (weil die Tat im Versuchsstadium blieb), so bleibt die Tat dennoch ein Verbrechen.

Das Verbrechen selbst ist strafwürdiges Unrecht. Der Einsatz des Strafrechts beruht auf dem gesteigerten Schutzbedürfnis der Allgemeinheit, so dass das Verbrechen gegenüber der Zuwiderhandlung im bürgerlichen oder öffentlichen Recht einen gesteigerten Unrechts- und Schuldgehalt aufweist. Wer einen Vertrag nicht erfüllt und einen Millionenschaden verursacht, bleibt straflos und sieht sich allenfalls Schadensersatzforderungen ausgesetzt. Handelt der Täter in betrügerische Absicht, genügt der kleinste Betrag, um die Tat als Betrug zu verurteilen.

Lesen Sie auch: