Verbraucherinsolvenzverfahren

Meist als „Privatinsolvenz“ bekannt, ist das Verbraucherinsolvenzverfahren ein in den letzten 10 Jahren zunehmend genutztes Verfahren, um innerhalb von sechs Jahren von hohen Schulden herunter zu kommen. Überschuldete Verbraucher (auch selbstständig tätige Personen mit höchstens 19 Gläubigern) können beim Amtsgericht das Verbraucherinsolvenzverfahren beantragen und im Wege der Restschuldbefreiung von den nicht erfüllten Verbindlichkeiten gegenüber den Insolvenzgläubigern befreit werden.

Voraussetzung ist zunächst die Erstellung eines Schuldenbereinigungsplans, auf dessen Grundlage außergerichtlich eine Einigung mit den Gläubigern anzustreben ist. Erst wenn eine Schuldnerberatungsstelle dem Schuldner bescheinigt, dass die außergerichtliche Einigung gescheitert ist, kann der Schuldner beim Amtsgericht den Antrag auf Durchführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens stellen. Das Verfahren ist in §§ 286 ff InsO geregelt.

Gegenüber dem Regelinsolvenzverfahren ist dieses Verfahren vereinfacht. Der Schuldner muss sechs Jahre lang den die Pfändungsfreigrenze übersteigenden Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abgeben (Wohlverhaltensphase). Dieser wird vom Gericht bestellt und leitet die Vergleichszahlungen den Gläubigern zu. Danach gewährt das Gericht dem Schuldner die Restschuldbefreiung, mit der Folge, dass die Gläubiger auf ihre Restforderung verzichten müssen. Der Schuldner gilt dann als schuldenfrei und ist auch wieder grundsätzlich kreditfähig.

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