Offizialdelikt

Offizialdelikt

Ein Offizialdelikt ist ein Delikt, bei dem die Strafverfolgung in der Regel von Amts wegen und ohne Rücksicht auf den Willen des von der Tat betroffenen Opfers erfolgt. Im Gegentsatz dazu findet bei den Antragsdelikten die Strafverfolgung nur auf Antrag des Verletzten statt (Körperverletzung, Beleidigung).

Das strafbewehrte Unrecht eines Offizialdelikt ist so erheblich, dass der Gesetzgeber im Interesse der Allgemeinheit, zur Wahrung des Rechtsfriedens oder im Interesse des Opfers ein Ermittlungsverfahren und die damit verbundene Aufklärung des Tatgeschehens und die Bestrafung des Täters als unabdingbar ansieht.

Sofern die Staatsanwaltschaft bei einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Körperverletzung (Antragsdelikte) ein besonderes öffentliches Interesse an der Strafverfolgung für geboten erachtet, kann sie auch ohne Antrag des Opfers von Amts wegen ermitteln.

Antragsdelikte werden nur deshalb auf Antrag verfolgt, weil das kriminelle Unrecht verhältnismäßig gering ist, ein Strafverfahren wegen des damit verbundenen Eingriffs in die persönliche Lebensbeziehung der Beteiligten nicht ohne den Willen des Opfers stattfinden soll oder die öffentliche Verhandlung der Tat einen noch stärkeren Eingriff in die Intimsphäre des Opfers bedeuten würde als die Tat selbst.

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