Nachlass

Der Nachlass ist das Vermögen, das ein Erblasser den Erben hinterlässt. Erweist sich der Nachlass als überschuldet, kann der Erbe das Erbe ausschlagen. Der Nachlasswert ist insbesondere dann wichtig, wenn Pflichtteile berechnet werden müssen. Er ist durch Schätzung zu ermitteln, eine vom Erblasser letztwillig getroffene Bestimmung ist nicht ausschlaggebend.

Entscheidend ist der gemeine Wert (Verkehrswert) des Nachlasses, nicht etwa der Buchwert oder bei Grundstücken der Einheitswert. Bei Landgütern ist meist der Ertragswert und nicht der Verkehrswert maßgebend. Gehört zum Nachlass ein Handelsgeschäft oder eine Unternehmensbeteiligung, so ist auch der Geschäftswert (good-will) einzubeziehen. Für Handwerksbetriebe gilt dies nur bedingt, soweit sie an die Person des Erblassers als Meister anknüpfen.

Von dem Aktivnachlass sind alle Verbindlichkeiten abzusetzen, die bereits beim Erbfall bestanden, aber auch solche, die durch den Erbbfall bedingt sind (Beerdigungskosten, Kosten für Nachlasssicherung oder Testamentsvollstreckung). Der Pflichtteilsberechtigte kann vom Erben ein Nachlassverzeichnis fordern und, falls dieser sich weigert, beim Nachlassgericht beantragen, dem Erben die Erstellung des Verzeichnisses aufzugeben.

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