Nacherbe

Der Begriff des Nacherben ist im Verhältnis zu einem Vorerben zu verstehen. Der Erblasser kann in einem Testament eine namentlich bezeichnete Person als Nacherben bestimmen. Dieser Nacherbe soll zu einem festgelegten Zeitpunkt (Geburt oder Tod einer Person) nach einem Vorerben endgültiger Erbe werden. Der Vorerbe wiederum ist eine Person, die nur bis zu einem festgelegten Zeitpunkt Erbe sein soll. Dies können beispielsweise die Eltern sein, die als Vorerben ihres Kindes den Nachlass bis zu dessen Volljährigkeit verwalten. In gegenseitigen Testamenten setzen sich Ehepaare mit Kindern meist gegenseitig zu Vorerben ein und die Kinder zu Nacherben.

Der Vorerbe ist in der Regel im Verfügungsrecht über das Erbe beschränkt und kann zum Beispiel das Erbe nicht verkaufen oder verschenken. Nur wenn im Testament ausdrücklich eine befreite Vorerbschaft angeordnet ist, entfallen diese Beschränkungen.

Verstirbt der Vorerbe, beerbt ein Nacherbe nicht diesen Vorerben, sondern den schon vor diesem verstorbenen Erblasser. Der Nacherbe erhält also nicht das Vermögen des Vorerben, sondern den Nachlass, den der Vorerbe schon als Nachlass des Erblassers erhalten und für den Nacherben verwaltet hat. Zusätzlich kann er am Vermögen des Vorerben als Erbe beteiligt sein.

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