lucidum intervallum

Der Begriff des lucidum intervallum spielt nicht nur in der Psychiatrie eine Rolle, er ist auch für die Frage bedeutend, ob eine verwirrte Person in der Lage ist, rechtsgeschäftlich zu handeln, wenn sie in diesem Augenblick einen lichten Augenblick hat, sich also in einem lucidum intervallum befindet.

Das Gesetz bestimmt dazu in § 104 Nr. 2 BGB, dass derjenige, der sich in einem geistig verwirrten Zustand befindet, geschäftsunfähig ist, sofern dieser Zustand seiner Natur nach nicht nur vorübergehend ist.

Wer danach beispielsweise an Schizophrenie leidet, befindet sich nicht in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand, wenn er in einem lichten Augenblick (lucidum intervallum) in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihnen abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Ein von ihm abgeschlossener Kaufvertrag ist dann gültig. Das Problem dürfte dann aber in der Nachweisbarkeit des lichten Augenblicks liegen.

Steht derjenige allerdings unter vermögensrechtlicher Betreuung, wäre seine rechtsgeschäftliche Erklärung unwirksam und bedürfte der Genehmigung des Betreuers.

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