Kollusion

Handelt ein Stellvertreter im Rahmen seiner Vertretungsmacht für die vertretene Person, wirkt das Geschäft für und gegen den Vertretenen auch dann, wenn der Vertreter im Innenverhältnis seine Vertretungsmacht überschreitet. Diese Regel gilt im Interesse des Dritten. Der Dritte soll als Vertragspartner in seinem Vertrauen auf die Wirksamkeit der Vertretungsmacht geschützt werden. Der Vertreter ist im Innenverhältnis gegenüber dem Vertretenen dann schadensersatzpflichtig.

Ausnahmsweise verdient der Dritte keinen Schutz, wenn ihm der Missbrauch der Vertretungsmacht durch den Vertreter bekannt ist. Wirken der Vertreter und der Dritte beim Rechtsgeschäft einverständlich zusammen, um den Vertretenen zu schädigen, spricht man von einem kollusivem Verhalten (Kollusion). Ein zwischen dem Vertreter und dem Dritten abgeschlossener Kaufvertrag ist dann nichtig. Der Vertretene kann nicht wirksam vertraglich verpflichtet werden.

Ein kollusives Verhalten ist auch dann anzunehmen, wenn ein Betreuer im Namen der zu betreuenden Person und eines Dritten bewusst zur Schädigung der betreuten Person zusammenwirkt.

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