in dubio pro reo

In dubio pro reo ist lateinisch und bedeutet: im Zweifel für den Angeklagten. Der Grundsatz ist ein Kernelement des deutschen Strafrechts, aber schon über 2.000 Jahre alter Römischer Rechtsgrundsatz und Grundprinzip fast aller Rechtssysteme – wenn auch in unterschiedlich strenger Interpretation.

Ein Straftäter kann nur verurteilt werden, wenn seine Schuld einwandfrei nachgewiesen wird. Hat der Strafrichter Zweifel an der Schuld des Täters, darf er ihn nicht verurteilen. Das Gesetz stellt den Aspekt, dass möglicherweise ein Unschuldiger verurteilt wird, über das Strafinteresse der Gemeinschaft. Im Lehrfall für Juristen beschuldigen sich eineiige Zwillinge gegenseitig der Tat. Kann der Tatnachweis nicht geführt werden, müssen beide freigesprochen werden. Die Verurteilung beider Zwillinge ist ausgeschlossen, da dann ein Unschuldiger verurteilt würde. Zusätzlich gilt in diesem Fall, dass sich niemand selbst belasten muss.

Zum Nachweis der Schuld des Täters darf der Rechtsstaat nur die in der Strafprozessordnung vorgegebenen Beweismittel verwenden, den Täter zur Erlangung eines Geständnisses also nicht foltern, bedrohen oder irreleiten.

Übrigens: Der fleissige Asterix-Leser kennt diesen Ausspruch schon. In Ausgabe 18 „Die Lorbeeren des Cäsar“ steht dies als Inschrift im Kerker. An anderer Stelle sagt Cäsar „In dubio pro reo, wie schon Cato der Ältere sagte“. Der Römische Sanator Cato der Ältere ist aber eher dafür bekannt, dass er hinter jede seine Reden fügte „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“

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