Geschäftsfähigkeit

Geschäftsfähigkeit ist die Fähigkeit eines Menschen, rechtsgeschäftlich wirksam zu handeln. Geschäftsfähigkeit setzt voraus, dass der Handelnde in der Lage ist, die Folgen seiner rechtsgeschäftlichen Erklärung zu verstehen. Er muss deshalb ein Mindestmaß an Einsichts- und Urteilsfähigkeit besitzen, also geschäftsfähig sein. Die Willensäußerung eines Geschäftsunfähigen ist nichtig und bleibt ohne Rechtsfolgen.

Kinder bis zum siebten Lebensjahr sind geschäftsunfähig. Geschäftsunfähig sind ferner Personen, die infolge einer dauerhaften krankhaften Störung der Geistestätigkeit nicht in der Lage sind, ihren Willen sinnvoll zu äußern. In diesem Sinne erkrankte Personen können in einem lichten Augenblick (lucidum intervallum) durchaus geschäftsfähig sein. Wer im Vollrausch handelt, ist ebenfalls geschäftsunfähig.

Jugendliche im Alter von 7-18 Jahre sind beschränkt geschäftsfähig und bedürfen für Rechtsgeschäfte, die über den Rahmen ihres Taschengeldes hinausgehen, der Einwilligung ihrer Eltern. Wer geschäftsunfähig ist, wurde früher entmündigt. Heute wird niemand mehr entmündigt, statt der Vormundschaft wird die Betreuung angeordnet.

Die Geschäftsfähigkeit ist von der Testierfähigkeit zu unterscheiden. Personen können bereits mit Vollendung des 16. Lebensjahres ein Testament errichten. Die Rechtsfähigkeit hingegen ist die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein, so dass auch der Geschäftsunfähige rechtsfähig ist. So ist z.B. der gerade geborene Säugling bereits erbfähig.

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