Fahrlässigkeit

Im Zivilrecht definiert § 276 BGB Fahrlässigkeit als die Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt. Der Begriff wird im Rahmen der Schadensersatzpflicht relevant, wenn beispielsweise fahrlässig Körper oder Leben eines anderen verletzt werden. Dies ist daher insbesondere im Verkehrsrecht relevant.

Auch im Strafrecht bestimmt sich der Unrechtstatbestand der Fahrlässigkeitstat durch die Erkennbarkeit der Gefahr der Verwirklichung eines Straftatbestandes infolge eines Handelns oder Unterlassens, das im Hinblick auf diese Gefahr die objektiv gebotene Sorgfalt außer acht lässt. Für die Bestrafung des Täters kommt jedoch das Erfordernis der Schuld dazu, weil es nicht um den Ausgleich eines Schadens, sondern um den Ausspruch eines sozialethischen Unwerturteils geht, das nur den Täter treffen kann, der diesen Vorwurf verdient.

Das Strafrecht unterscheidet die unbewusste und die bewusste Fahrlässigkeit. Unbewusst fahrlässig handelt, wer infolge einer Verletzung der gebotenen Sorgfalt nicht an die Möglichkeit denkt, dass sie den Tatbestand verwirklichen könnte. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter erkennt zwar die Gefahr, vertraut jedoch darauf, dass nichts passieren wird. Bei fahrlässigen Straftaten gibt es wieder Versuch noch Teilnahme.

Diese akademisch anmutenden Definitionen versuchen die Lebensvielfalt in einen Rahmen einzubinden, der dem Richter naturgemäß einen großen Ermessensspielraum überlässt, aber auch zumutet.

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