Cold Calling

Cold Calling nennt man ungebetene Anrufe zu Werbezwecken. Diese sind verboten.

Im Bereich des Kapitalmarktrechtes wird u.a. von der BAFIN und Verbraucherschützern immer wieder vor Cold Calls gewarnt. Cold Calling ist oft ein Bestandteil einer Scalping-Strategie. So schreibt die BAFIN auf ihrer Webseite:

… Nicht nur seriöse, auch unseriöse Anbieter werben um Ihre Gunst als Investor. Es gibt eine Reihe von Warnsignalen, die darauf hindeuten können, dass ein Anbieter oder ein Produkt zweifelhaft ist. Ruft Sie beispielsweise jemand unaufgefordert an, um Ihnen ein Geschäft anzubieten? Gehen Sie auf keinen Fall darauf ein. Solche Anrufe sind verboten und es ist Wertpapierdienstleistungsunternehmen und anderen Unternehmen ausdrücklich untersagt, ein solches Cold Calling zu betreiben. Werden Ihnen ungewöhnlich hohe Renditen versprochen, kann auch das ein Hinweis auf ein unseriöses Angebot sein. Sollen Sie Geld ins (außereuropäische) Ausland überweisen? Auch hier sollten Sie ebenfalls vorsichtig sein.

Auch im Vertrieb sind ungebetene und unaufgeforderte Anrufe zur Geschäftsanbahnung mit Unternehmen und Verbrauchern verboten. Diese können und sollten gemeldet werden. Cold Calls verstoßen gegen das Gesetzt gegen den unlauteren Wettbewerb und stellen gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG eine unzumutbare Belästigung des Verbrauchers dar.

Unerbetene Werbeanrufe (Gewinnspiele, Reisen, „günstige“ Angebote)

Firmen, die unerbetene Werbeanrufe tätigen, verhalten sich wettbewerbswidrig und können abgemahnt werden. Die Anrufe stellen zudem einen Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Verbrauchers dar. Er hat deswegen einen individuellen Unterlassungsanspruch gemäß der §§ 1004, 823 BGB, der auch gerichtlich eingeklagt werden kann.

Für Werbeanrufe ohne die erforderliche Einwilligung können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Ruft eine Firma mit unterdrückter Rufnummer an, so stellt dies eine Belästigung dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann.

Um jursitische Schritte einzuleiten, sollten Sie Interesse vortäuschen und möglichst viele Daten des Anrufers erfassen. Diese melden Sie dann Ihrem örtlichen Verbraucherschutzverein, z.B. der Verbraucherzentrale Schleswig-Holsten mit der Beratungsstelle in Kiel:

Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
Beratungsstelle Kiel
Andreas-Gayk-Straße 15
24103 Kiel
Tel.: 0431 / 590 99- 40
Fax: 0431 / 590 99 – 77
Mail: kiel@vzsh.de
Unsere Öffnungs- und Beratungszeiten:
Mo: 9.00 – 18.00 Uhr
Di: 9.00 – 13.00 Uhr
Do: 9.00 – 18.00 Uhr
Fr: 9.00 – 13.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Lesen Sie auch: