Anwartschaftsrecht

Anwartschaftsrecht

Ein Anwartschaftsrecht begründet die Aussicht, ein Recht zu erwerben. Da es ein Rechtsgeschäft (Vertrag) voraussetzt, geht es über die bloße Erwerbsaussicht oder die Erwerbschance hinaus. Die Vollendung des Rechtsgeschäfts ist vom Eintritt weiterer Bedingungen abhängig.

Wer eine Ware unter Eigentumsvorbehalt kauft, begründet seine Anwartschaft, nach vollständiger Zahlung des Kaufpreises Eigentümer der Ware zu werden. Der Käufer, der den Kaufvertrag für ein Grundstück beurkundet, erwirbt ein im Grundbuch einzutragendes Anwartschaftsrecht und wird Eigentümer, wenn er den Kaufpreis bezahlt. Das Anwartschaftsrecht erstarkt dann zum Vollrecht, durch das Eigentum des Käufers begründet wird.

Der Verkäufer kann die Entstehung des Vollrechts nicht mehr verhindern. Das Anwartschaftsrecht stellt somit einen eigenen Vermögenswert dar. Sein Inhaber kann die Anwartschaft verkaufen. Sie ist bereits pfändbar. Mit der Begründung des Anwartschaftsrechts ist der Inhaber aber auch verpflichtet, seinerseits alles zu veranlassen, um das Rechtsgeschäft zu vollenden.

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