actio libera in causa

Die Frage, ob ein Straftäter schuldfähig oder schuldunfähig ist, bezieht sich auf den Zeitpunkt der Tat. Eine Ausnahme ist die actio libera in causa. Hierunter ist ein Verhalten zu verstehen, das der Täter verantwortlich handelnd in Gang setzt, das aber erst zu einem Zeitpunkt in eine strafbare Handlung einmündet, in dem er die Handlungsfähigkeit oder die volle Schuldfähigkeit verloren hat. Beispiel: der Täter versetzt sich vorsätzlich in einen Alkoholrausch, um nach Ausschaltung seiner Hemmungen einen Diebstahl begehen zu können.

Der Täter wird bestraft, wenn sich sein Vorsatz auf die Herbeiführung des Defektzustandes als auch auf die Begehung der strafbaren Handlung richtet. Andernfalls ist er schuldunfähig. Die Tat kann auch fahrlässig begangen werden, wenn ein Autofahrer im alkoholisierten Zustand einen Autounfall verursacht und der Unfallgegner ums Leben kommt. Das Strafgesetzbuch bestraft den Vollrausch nach § 323a StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe.

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