Abstraktionsprinzip

Das Abstraktionsprinzip ist eine Eigenheit des deutschen Vertragsrechts. Das kausale Geschäft (Kaufvertrag, Darlehensvertrag) wird vom abstrakten Geschäft (Übereignung, Übergabe) getrennt. Wer einen Kaufvertrag abschließt, einigt sich als Käufer mit dem Verkäufer zur Übereignung eines Gegenstandes gegen die Zahlung des Kaufpreises (kausaler Teil). Um tatsächlich in den Besitz des gekauften Gegenstandes zu gelangen, muss der Verkäufer dem Käufer den Kaufgegenstand auch noch übergeben (abstrakter Teil des Geschäfts).

Das kausale Geschäft ist somit die Vorstufe des abstrakten Geschäfts und dieses die Erfüllung des Kausalgeschäfts. Der Grund der Trennung liegt darin, das abstrakte Geschäft von eventuellen Mängeln des Kausalgeschäfts unabhängig zu machen und den Rechtsverkehr zu sichern. Ist ein Kaufvertrag nichtig, bleibt die Übereignung an den Käufer dennoch wirksam. Dieser kann den Gegenstand selbst weiterverkaufen. Der Dritteigentümer erwirbt Eigentum, während sein Verkäufer gegenüber dem Ersteigentümer schadensersatzpflichtig ist.

Lesen Sie auch: