Familienrecht

Familienrecht Anwalt KielDas Familienrecht ist ein umfassendes Rechtsgebiet und tritt vorwiegend als Scheidungsrecht in Erscheinung. Aber auch

  • die Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern,
  • das Recht des Verwandtenunterhaltes,
  • Unterhaltsansprüche der nichtehelichen Mutter,
  • das Recht der Adoption,
  • Pflegschaft,
  • Betreuung und Vormundschaft

spielen eine große Rolle im Familienrecht.

Anwälte für Familienrecht bzw. Scheidungsrecht

Für das Rechtsgebiet Familienrecht wird bereits seit längerer Zeit ein Fachanwaltstitel angeboten, der Fachanwalt für Familienrecht. Eine große Anzahl von Fachanwälten für Familienrecht in Kiel und Umland (Plön, Eutin, Rendsburg, Eckernförde bis Schleswig) finden Sie hier:

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Beim Familiengericht besteht Anwaltszwang

Im Vordergrund stehen jedoch Auseinandersetzungen, die sich aus der Trennung von Ehepartnern und der Scheidung der Ehe ergeben. In Deutschland lassen sich jedes Jahr rund 200.000 Ehepaare scheiden. Da vor den Familiengerichten Anwaltszwang besteht, müssen sich scheidungswillige Ehepartner unabdingbar durch Rechtsanwälte vertreten lassen.

Der Sinn dieses Zwangs besteht darin, dass gerade Scheidungsverfahren sehr stark emotional geprägt sind, für das Familiengericht aber nur rechtlich relevante Tatsachen interessant sind. Daher ist es Aufgabe des Rechtsanwalts, aus der Fülle von Informationen des Mandanten diejenigen herauszufiltern und dem Gericht vorzutragen, die Grundlage des Scheidungsurteils werden sollen.

Scheidungen sind emotional geprägt

Scheidungsrecht Fachnwalt KielFamilienrecht ist ein Rechtsgebiet, in dem besonders heftig gestritten wird. Rachegelüste, Stress und Streitereien begleiten fast alle Scheidungsverfahren. Es wird unglaublich viel getrickst. Manche Ehepartner ziehen alle Register: die Kinder werden entfremdet, Häuser werden leergeräumt, Verfahren ins Unendliche gezogen und astronomische Ablösesummen gefordert.

Wer hier nicht rechtzeitig und kompetent entgegengesteuert, gerät schnell ins Abseits und kann Haus, Vermögen, Hof und Kinder verlieren. Nur mit Taktik und guter Strategie lassen sich Arglist und Intrigen erfolgreich bekämpfen. Fachanwälte für Familienrecht kennen diese Strategien und helfen, ein Scheidungsverfahren zügig und kompetent zu Ende zu bringen.

Maßgebend ist allein die Zerrüttung der Ehe

Einziger Scheidungsgrund ist die Zerrüttung der Ehe. Das früher geltende Verschuldensprinzip wurde abgeschafft. Danach konnte die Ehe geschieden werden, wenn ein Ehepartner schuldhaft Verfehlungen begangen hatte, die dem Partner die Fortführung der Ehe unzumutbar machten. Heute kommt es nur noch darauf an, dass die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und aller Voraussicht nach auch nicht mehr wiederhergestellt werden kann.

Voraussetzung ist regelmäßig die Aufhebung der Lebensgemeinschaft, die sich in der Trennung von mindestens einem Jahr dokumentiert.

Mit der Scheidung alleine ist es nicht getan

Im Zusammenhang mit der Scheidung regelt das Familiengericht auf Antrag eines der Ehegatten auch bestimmte Scheidungsfolgesachen. Dazu gehört

  • die Vermögensauseinandersetzung, insbesondere die Aufteilung des Hausrats und
  • die Regelung der Nutzung der Ehewohnung sowie
  • der Zugewinnausgleich.

Zur Debatte steht meist auch der Unterhaltsanspruch eines Ehegatten während der Trennungszeit und der Unterhaltsanspruch nach der Scheidung, das Sorge- und Umgangsrecht für die gemeinsamen Kinder und der Kindesunterhalt. Lediglich die Frage des Versorgungsausgleichs regelt das Familiengericht von Amts wegen. In diesem Verfahren bedarf es meist auch keiner anwaltlichen Anträge, es sei denn, es geht um Fragen des schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs.

Unterhaltsrecht ist besonders verfahrensaufwändig

Kosten Kiel AnwaltBesonders streitig ist das Unterhaltsrecht. Zentral ist die Frage der Ermittlung des Nettoeinkommens des unterhaltspflichtigen Partners. Hier ist im Wege einer Auskunftsklage die Partei anzuhalten, Auskunft über ihr Nettoeinkommen zu erteilen.

Besonders bei selbstständig tätigen Personen kann es Probleme geben, wenn diese ihr Einkommen durch geeignete betriebsbedingte Ausgaben auf ein Minimum reduzieren. Sind minderjährige Kinder vorhanden, steht die Frage der Arbeitsverpflichtung der Mutter im Raum.

Seit der Unterhaltsreform des Jahres 2008 suggeriert das Gesetz Unterhaltspflichtigen, dass Unterhalt nur noch bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des jüngsten Kindes zu zahlen sei. Tatsächlich ist dies aber nur ein Richtwert, der sich vor Gericht durchaus aushebeln lässt.

Scheidungsfolgenvergleich spart Kosten

Scheidungswillige Eheleute sind gut beraten, möglichst viele Scheidungsfolgesachen außergerichtlich und einvernehmlich zu regeln. Sie ersparen sich überflüssige gerichtliche Auseinandersetzungen, die mit hohen Gebühren verbunden sind, vor allem aber Zeit und Nerven kosten. In einer Scheidungvereinbarung oder einem Scheidungsfolgenvergleich können die Eheleute alles regeln, was mit der Beendigung ihrer Ehe zusammenhängt.

Dinge im Hintergrund: Gemeinsame Konten und Eigentum

Vertrag Rechtsanwalt KielDazu können neben den üblichen Scheidungsfolgesachen wie Zugewinnausgleich und Unterhalt auch Fragen geregelt werden, die gemeinsame Bankkonten, Bausparkonten, Schulden der Eheleute, Versicherungen, Lebensversicherungen, persönliche Gegenstände, gegenseitige Geschenke, gesellschaftsrechtliche Ansprüche und eventuelle Arbeitsverhältnisse im Betrieb des Ehegatten, steuerliche Fragen, Steuerschulden und Steuerrückerstattungen betreffen.

Aber auch erbrechtliche Fragen sind relevant. Haben die Eheleute ein gemeinschaftliches Testament oder einen Erbvertrag erstellt, ist abzuklären, wie künftig verfahren werden soll. Geht es um das rechtliche Schicksal des gemeinsamen Familienwohnhauses, fällt die Übertragung des Miteigentumsanteils an den anderen Ehegatten oft leichter, wenn man weiß, dass das Haus im Familienbesitz bleibt oder zu Gunsten der Kinder verwendet wird.

Familienrecht ist nicht nur Scheidungsrecht

Scheidung Scheidungsrecht Anwalt KielFamilienrecht ist aber noch viel umfassender. Viele Frauen können sich nach der Scheidung nicht mehr mit dem Namen des früheren Ehemannes identifizieren. Sie können problemlos ein Namensänderungsverfahren durchführen und sich an das zuständige Standesamt wenden. Kinder, deren Eltern miteinder verheiratet waren, tragen zwingend den früheren Familiennamen.

Gibt es keinen gemeinsamen Ehenamen, müssen sich die Eltern innerhalb eines Monats nach der Geburt des Kindes über einen Familiennamen einigen. Kommt es nicht zu einer Einigung, kann das Familiengericht das Bestimmungsrecht auf einen Elternteil übertragen.

Auch in nichtehelichen Partnerschaften kommt Familienrecht zur Anwendung

Selbst wenn Paare nicht miteinander verheiratet sind, bestehen vielerlei familienrechtliche Fragen. Gibt es ein gemeinsames Kind, steht die Frage des gemeinsamen Sorgerechts im Raum. Genauso kann die Vaterschaft zweifelhaft sein, so dass der Vater ein Interesse daran haben kann, seine Vaterschaft und die damit verbundene Unterhaltsverpflichtung abzuklären.

Besuchsrecht Vaterschaft RechtsanwaltProblematisch ist derzeit das Umgangsrecht des biologischen Vaters, wenn er mit der Mutter nicht verheiratet ist. Ein Recht auf regelmäßigen Kontakt mit dem Kind kann er gegen den Willen der Mutter nur einklagen, wenn er bereits Verantwortung für das Kind getragen und eine sozial-familiäre Beziehung aufgebaut hat.

Wer ein Besuchsrecht für sein Kind durchsetzen möchte, soll auch vorab per Gentest klären lassen können, ob er wirklich der Vater ist. Der Mann, der hingegen zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist, gilt von Gesetzes wegen als Vater des Kindes. Bei Zweifeln kann auch er die Vaterschaft anfechten.

Interessenkonflikte bedingen Pflegschaft

Vormund Familienrecht Versorgung AnwaltAuch die Pflegschaft ist im Familienrecht bedeutsam. Wenn Eltern für ihr Kind Rechtsgeschäfte tätigen wollen, in denen sie in einem Interessenkonflikt stehen (Übertragung eines Grundstücks auf minderjähriges Kind), müssen Sie durch das Familiengericht einen Pfleger bestellen lassen. Ist das Kind testamentarischer Erbe eines Dritten, kann dieser bestimmen, dass die Eltern von der Vermögensverwaltung ausgeschlossen sind und ein Pfleger bestellt werden muss.

Minderjährige Kinder, deren Eltern verstorben sind oder außerstande sind, das Sorgerecht auszuüben, erhalten einen Vormund. Hier trifft das Familiengericht als Vormundschaftsgericht die geeignete Auswahl.

Meditation nutzen!

Nicht alles muss richterlich entschieden werden. Mediation ist das Zauberwort in der Entwicklung des Familienrechts. Immer mehr Anwälte lassen sich mediativ ausbilden. Ihre Aufgabe besteht darin, die streitigen Ehepartner so zu beraten, dass die gegenseitigen Interessen aufgezeigt werden und eine einvernehmliche Lösung ermöglicht wird.